DER GRIFF – Teil 1

… ist ein Stück Gummi am Schläger

Die Hand ist das „Werkzeug aller Werkzeuge“ (Aristoteles). Und doch scheuen sich Menschen häufig Ihre Hand einmal genau anzuschauen.
Heißt es „Greifen“, greift der Mensch, souverän wie er ist, mit Daumenballen und Gegenfinger zu.
Heißt es: „Legen sie Ihre Hände auf den Schlägergriff“, sind viele überfordert und brauchen Anleitung.

Beim Golfspiel ist nichts so entscheidend, wie ein funktionelles Auflegen der Hände auf den Schlägergriff (also nicht Greifen). Mit unfunktionellen Händen schlagen Damen, mit ihrem Eisen 7, nicht weiter als 90 Meter und Herren (mit dem gleichen Schläger) nicht weiter als 110 Meter. Sollten sie auch zu dieser Gruppe von Spielern gehören, lohnt es sich weiterzulesen.

Wenn man Hände betrachtet gibt es 3 Bewegungsachsen:

1. Abwinkeln

Abwinkeln in Richtung des kleinen Fingers und wieder Anwinkeln in die gerade Grundstellung zurück. Beispiel: Sollen die Hände an einen schräg Richtung Boden zeigenden Schaft gelegt werden, und sich winkelnd verhalten, müssen sie in Richtung des kleinen Fingers abgewinkelt werden. Es ist nicht möglich eine Hand anzuwinkeln, auch nicht während einer Golfbewegung.

2. Knicken

Knicken der Hand in Richtung Handfläche oder Handrücken. Beispiel: Beim Ansetzen des Schlägers sind der Schaft und die Hände in einer anderen Position als beim korrekten, dynamischen Treffen.

3. Drehen

Drehen der Unterarme mit den anhängenden Händen um die jeweilige Unterarmachse. Beispiel: Wer einen Schlüssel im Schloss dreht, tut dies mit der Drehung des Unterarms – Hände selbst kann man nicht drehen.

Hat man die Grundbewegungen der Hände verstanden braucht man ein Bewegungskonzept um möglichst effizient den Golfschlag auszuführen. Im Golfschwung verhalten sich die Hände wie in allen Wurfsportarten oder Schlägersportarten (z.B. Tennis, Speerwurf oder Hockey). Die Hände werden beim Ausholen aus ihrer abgewinkelten in neutrale Position gebracht. Dann wirkt beim Richtungswechsel die Trägheit des Schlägers so, dass ein Zuspitzen des Beugewinkels der Hände entsteht. Beim in Richtung Ziel (nicht Ball) bewegen streckt man die Hände, so schnellkräftig man kann, in die ursprüngliche Position zurück. Diesen Vorgang kennt man auch vom Peitschen oder Teppichklopfen. Je mehr Winkel schneller gestreckt wird, desto mehr Energie wird für den Ballschlag in Richtung Ziel erzeugt.

Die Arme haben von ihrer Bewegungsgeschwindigkeit oder Aushollänge nahezu gar nichts mit der letztendlichen Schlagweite zu tun (der Unterschied der Bewegungsgeschwindigkeit der Arme von schwächeren Anfängerdamen zu den Longhittern der PGA Tour beträgt nur ca. 10 Km/h). Dieses entspräche einem Distanzunterschied von ca. 20 Metern.

Effektiv spielt eine Handicap 18 Dame ihren Drive jedoch durchschnittlich nur 117 Meter Flug plus 19 Meter Roll und der PGA Tour Professional ca. 250 Meter Flug plus Roll. Dieser Distanzunterschied kann also nicht durch schnelles Bewegen von Armen begründet sein. Um die Funktionen und Bewegungen der Hände zu ermöglichen gibt es also diverse Anforderungen an das Greifen des Schlägers.

Lesen Sie hierzu mehr in Teil 2 (folgt).

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .